Arzneimittel als Nährstoffräuber: Abhilfe durch gezielte Nährstoffgaben möglich!

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Gegen die meisten Krankheiten gibt es Arzneimittel, die Erreger vernichten und den Körper heilen sollen. Allerdings bleibt allzu oft unberücksichtigt, dass Medikamente auch Auswirkungen auf den Mikronährstoffhaushalt haben. Sie beeinflussen die Aufnahme und Verwertung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in nicht unerheblichem Maße.

Arzneimittel vernichten Nährstoffe

Der Körper muss Vitamine und andere Nährstoffe aufnehmen, verstoffwechseln und ausscheiden. Diese Mikronährstoffe gehen damit einen festen Weg – müssen sich diesen aber mit Arzneimitteln teilen. Beide setzen auf bestimmte Enzyme für Synthese und Transport, damit verringert sich aber deren Verfügbarkeit. Die Folge: Die im Körper befindlichen bzw. mit der Nahrung aufgenommenen Mikronährstoffe können nicht in ausreichendem Maße verwertet werden und sind daher nur in ungenügender Menge zu nutzen. Langfristig gesehen entsteht durch diesen Nährstoff-Raub ein Mangelzustand, der bis hin zu Stoffwechselstörungen und der Ausbildung von Erkrankungen führen kann.

Außerdem sind viele Arzneimittel schädlich für die Mitochondrien, die als „Motor der Zelle“ bekannt sind. Daraus resultiert, dass die Zellen nicht mehr ausreichend Energie haben, um gegen äußere Einflüsse gewappnet zu sein. Auch das fördert Erkrankungen. Interessant dabei ist, dass die Schäden durch Medikamente vor allem an Organen, die eine hohe Aktivität ihres Stoffwechsels zeigen, zu verzeichnen sind. So sind gerade Leber, Nieren, Herz, Zentrales Nervensystem und die Skelettmuskulatur von Schädigungen betroffen.

Ein weiterer Fakt ist, dass gerade ältere Menschen häufig viele verschiedene Medikamente einnehmen müssen und das gleich mehrfach am Tag. Sie sind nicht nur dem Problem ausgesetzt, dass die Mikronährstoffe durch die arzneilich wirksamen Bestandteile gestört oder gar vernichtet werden, sondern allein die schiere Menge der Medikamente wirkt auf den Appetit und auf das Hungergefühl. Dadurch wird die Aufnahme einer angemessenen und gesunden Kost ebenfalls gestört.

Schäden durch orthomolekulare Medizin aufhalten?

Die orthomolekulare Medizin verfolgt den Ansatz, dass Krankheiten im Körper durch ein Ungleichgewicht der Nährstoffe entstehen und behandelt Erkrankungen daher mit der Gabe von hoch dosierten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Diese Form der Behandlung steht allerdings unter Kritik der Schulmedizin und sogar der alternativen Heilmethoden, denn eine Überdosierung der Nährstoffgaben kann ebenso schädliche Folgen haben. Eine Überdosierung von Vitamin C kann zum Beispiel die Aufnahme von Vitamin B12 völlig hemmen, dadurch wiederum würden nicht mehr genügend rote Blutkörperchen gebildet werden – eine Anämie wäre langfristig gesehen die Folge. Auch das gesamte Nervensystem wird durch das fehlende B12 negativ beeinflusst, die Reize werden nicht mehr richtig verarbeitet.

Die mitochondriale Medizin hingegen setzt auf einen gezielten Nährstoffausgleich. Das heißt, hier werden Nährstoffzusätze nicht einfach „vorsichtshalber“ verabreicht, sondern es wird ein gezielter Mangel ausgeglichen. Überdosierungen der Vitamine und Mineralstoffe sind damit ausgeschlossen.

Prävention des Nährstoffmangels über begleitende Gaben

Interessant sind in dem Zusammenhang Beobachtungen an Krebspatienten, die ergänzend zur Chemotherapie hohe Gaben von Selen, L-Carnitin und Vitamin D erhielten. Deren Therapie verlief effizienter, außerdem wurde die Lebensqualität spürbar erhöht. Auch Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder mit Diabetes mellitus profitieren von der Prävention eines Nährstoffmangels durch die vorsorgliche Gabe von Vitaminzusätzen, Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10. Der Bedarf an letztgenanntem Nährstoff steigt vor allem bei Menschen, die mit sogenannten Statinen behandelt werden – diese setzt der Arzt zum Senken des Cholesterinspiegels ein.

Bei der Behandlung von Epileptikern wird Valproinsäure eingesetzt, die allerdings den Carnitin-Haushalt stark beeinträchtigen kann. Es entsteht durch einen Stoffwechselprozess das Valproylcarnitin, das in hohem Maße wieder ausgeschieden wird. Damit einher gehen eine starke Gewichtszunahme oder auch krankhafte Veränderungen des Gehirns. Patienten sollten daher vorsorglich dreimal am Tag ein Gramm L-Carnitin verabreicht bekommen.

Wünsche für die Zukunft

Es bleibt zu wünschen, dass Ärzte und allgemein die Schulmedizin die Wechselwirkungen von Arzneimitteln und der Nährstoffaufnahme deutlich stärker berücksichtigen und entsprechende Behandlungen abstimmen. Für Patienten sollten die Apotheken die Zeit für eine umfassende Beratung haben, bei der es um Wechselwirkungen der verordneten Medikamente geht bzw. deren Auswirkungen auf die Nährstoffaufnahme. Auch die Leitlinien der Medizin sollten das Problem der Nährstoffbeeinflussung berücksichtigen bzw. in Behandlungspläne mit aufnehmen.

Sie wünschen eine umfassende Beratung zu den Folgen der Arzneimitteleinnahme und der – leider bislang häufig zu wenig beachteten – Nebenwirkung von Medikamenten als Nährstoffräuber? Gern bieten wir Ihnen eine solche an und freuen uns über Ihr Interesse!

Bitte beachten Sie aber, dass Leistungen im Bereich der orthomolekularen Medizin Selbstzahlerleistungen darstellen und von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernommen werden.

Ihr Dr. Paul Gumminger & Kollegen mit dem gesamten Praxisteam!