Alles Wissenswerte zur Pneumokokkenimpfung!

Bildquelle: Pixabay.com

Pneumokokken – Gefahr für die Atemwege

Gehören Sie zu den Menschen über 60 Jahren oder sind Sie Eltern kleiner Kinder unter zwei Jahren? Dann sollten Sie über eine Pneumokokken-Impfung nachdenken, die vor einer Lungenentzündung und weiteren Erkrankungen der Luftwege schützten kann. Welche Erkrankungen durch den bakteriellen Erreger hervorgerufen werden, wer sich impfen lassen sollte und was es sonst noch zum Thema Pneumokokken-Impfung zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Welche Krankheiten werden von Pneumokokken hervorgerufen?

Die Bakterien fühlen sich im Nasenrachenraum besonders wohl. Bei gesunden Menschen mit funktionsfähigem Immunsystem kommt es in der Regel nicht zu Symptomen. Bei einem geschwächten Immunsystem oder Menschen, die zur Risikogruppe gehören, können die Erreger jedoch zu Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege führen.

Dazu zählen neben der Sinusitis und der Mittelohrentzündung auch die Pneumonie, also die Lungenentzündung. Selten, aber sehr gefährlich sind Pneumokokken, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden und so zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder einer Blutvergiftung (Bakteriämie) führen können. Aufgrund der zahlreichen Erkrankungen, die durch die Bakterien hervorgerufen werden, empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts (STIKO) bestimmten Personengruppen eine Impfung.

Wer sollte sich impfen lassen?

Das Risiko, dass eine Pneumokokken-Erkrankung einen schweren Verlauf annimmt, steigt mit zunehmendem Alter und bei besonders jungen Menschen unter zwei Jahren. Aus diesem Grund empfiehlt die STIKO insbesondere sehr jungen und alten Menschen, sich gegen den Erreger der Lungenentzündung impfen zu lassen. Folgende Personengruppen sollten laut STIKO nach Ermessen des Arztes eine Impfung durchführen lassen, da sie zu den Risikogruppen gehören:

  • Säuglinge ab zwei Monaten
  • ältere Menschen ab 60 Jahren
  • Menschen, die an chronischen Herzerkrankungen oder Erkrankungen der Lunge leiden
  • Diabetiker
  • Patienten mit neurologischen Erkrankungen
  • Menschen, die an einer Immundefizienz leiden oder Immunsuppressiva einnehmen müssen
  • Patienten mit Cochlea-Implantat
  • Patienten mit einer Liquorfistel
  • chronisch Erkrankte (HIV, Nierenversagen, Leberinsuffizienz usw.)
  • Neuerdings wird die Pneumokokken-Impfung auch Menschen empfohlen, die beruflich Metallrauchen (inklusive Schweißrauchen) ausgesetzt sind, da bei diesen das Risiko einer Pneumonie erhöht ist.

Wenn Sie zu einer dieser Personengruppen gehören, sprechen Sie uns darauf an. Das medizinische Personal sowie die Ärzte der Praxis Dr. Gumminger & Kollegen können einschätzen, wie hoch das Risiko ist, dass eine Pneumokokken-Infektion bei Ihnen einen schweren Verlauf nehmen könnte.

Wie funktioniert die Impfung?

Wer geimpft ist, reduziert das Risiko einer Infektion mit dem jeweiligen Erreger. Kommt es doch einmal zu einer Ansteckung, ist das Immunsystem durch den Impfstoff besser auf die Bekämpfung des Erregers vorbereitet. Es handelt sich bei der Pneumokokken-Impfung um eine passive Impfung mit Polysacchariden (Zuckern) aus der Bakterienhülle , die vor verschiedenen Pneumokokken-Typen schützt. Wird das Immunsystem mit dem Impfstoff konfrontiert, bildet es selbstständig Antikörper, um dagegen vorzugehen. Diese Eigenschaft, passende Antikörper zu produzieren, bleibt viele Jahre lang erhalten. Im Fall einer echten Ansteckung mit dem Bakterium weiß Ihr Immunsystem daher gleich, was zu tun ist.
Es existieren zwei Pneumokokken-Impfstoffe: ein reiner und ein konjugierter, der an ein Protein gebunden ist. Letzterer wird bevorzugt bei Kindern angewendet, da er hier eine bessere Wirksamkeit zeigt. Er schützt je nach Hersteller vor zehn oder 13 Untertypen des Erregers.
Die reine Pneumokokken-Impfung ohne Konjugat wird für Erwachsene empfohlen und schützt vor 23 Serotypen des Bakteriums.
Die STIKO empfiehlt, diese passive Impfung frühestens nach sechs Jahren und nur bei tatsächlicher Notwendigkeit zu wiederholen, jedoch stets mit Absprache mit einem Arzt. Das hat folgende Gründe:

  • Die Wiederholungsimpfung führt häufiger zu Nebenwirkungen als die Erstimpfung.
  • Wird der Impfabstand von sechs Jahren unterschritten, steigt das Risiko für Nebenwirkungen.
  • Bei Kindern über zwei Jahren ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Pneumokokken-Infektion sehr gering. Die Impfrisiken würden in den meisten Fällen den Nutzen überwiegen.
  • Zu den möglichen Impfnebenwirkungen gehören Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und lokale Reaktionen an der Impfstelle.

Aus diesen Gründen sollten Sie einen Termin in der Praxis Dr. Gumminger & Kollegen ausmachen, wenn Sie eine Erstimpfung oder eine Wiederholungsimpfung in Betracht ziehen. In einem eingehenden, persönlichen Gespräch werden mit Ihnen die Vorteile und Nachteile  besprochen, um zu einer individuellen Entscheidung und optimalen Lösung für Ihre Gesundheit zu gelangen.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

Ihr Dr. Paul Gumminger & Kollegen mit dem gesamten Praxisteam!