Alles Wissenswerte zur FSME-Impfung

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Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Erkrankung, welche von infizierten Zecken durch Stiche übertragen wird. Zur Behandlung dieser Virus-Infektion gibt es bislang keine Medikamente. Um das Risiko einer Ansteckung durch Zecken im Vorfeld zu verringern, stellt die FSME-Impfung eine wirksame Vorsorgemaßnahme dar. Der Impfstoff ist in der Regel auch für Kinder gut verträglich. Nach drei Impfterminen besteht ein vollständiger Impfschutz. Eine regelmäßige Auffrischung ist wichtig.

Eine FSME-Impfung wird vor allem für Personen in FSME-Risikogebieten empfohlen. Wer in gefährdeten Regionen wohnt oder dort Urlaub macht und sich regelmäßig in der Natur aufhält, sollte sich laut Expertenrat präventiv impfen lassen.

Was ist FSME?

Die FSME-Erkrankung unterscheidet sich grundsätzlich von der Borreliose, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird. Die Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst, während die FSME eine Virusinfektion ist. Sie verläuft in zwei Phasen. Die Symptome in der ersten Phase machen sich nur bei 30 % der Infizierten deutlich bemerkbar. Etwa ein bis zwei Wochen nach dem Stich der Zecke erkranken sie an unspezifischen Beschwerden, die denen einer Erkältung ähneln und daher leicht damit verwechselt werden. Oftmals kommt es zunächst zu Fieber, Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Nach ein paar Tagen hat der Organismus die Krankheit entweder überwunden, oder es folgt eine beschwerdefreie Zeit von bis zu drei Wochen. Falls Ihr Körper die Krankheit nicht überwinden konnte und die zweite Krankheitsphase eintrifft, befällt das FSME-Virus das zentrale Nervensystem. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung) kommen. Auch eine Entzündung des Gehirn- und Rückenmarkgewebes kann sich entwickeln. Die Beschwerden können sich von Kopfschmerzen über Lähmungen und Krampfanfällen bis hin zum Koma erstrecken. Komplizierte Verläufe und dauerhaft anhaltende Probleme sind möglich.

Was geschieht bei einer FSME-Impfung im Körper?

Die FSME-Impfung bietet Schutz vor einem der Erreger, die durch Zecken übertragen werden. Beim Impfen werden abgetötete FSME-Viren gezielt in den Körper injiziert. Diese Viren können im Organismus keinen Schaden anrichten, ganz im Gegenteil, sie aktivieren das körpereigene Immunsystem. Es entwickelt Antikörper, also besondere Abwehrstoffe. Diese Stoffe können bestimmte Oberflächenproteine des FSME-Virus erkennen und an sich binden. Das Immunsystem erkennt mit Hilfe dieser Abwehrstoffe die durch Zecken übertragenen FSME-Erreger und vernichtet sie. In diesem Prozess produziert der Körper also selbst die Abwehrstoffe zur Bekämpfung der FSME-Viren. Daher spricht man von einer aktiven Impfung.

Wie verläuft die FSME-Impfung?

In der Regel wird der Impfstoff in den Muskel im seitlichen Oberarm injiziert. Kinder, die am Arm noch zu wenig Muskelmasse haben, erhalten die Impfungen in der Regel in den Oberschenkel. Bei Injektionen in den Po besteht die Gefahr einer Verletzung von Nerven, daher wird diese Methode mittlerweile nicht mehr praktiziert.

Experten-Empfehlungen für die FSME-Impfung

Die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfehlen Impfungen, sobald Personen sich in Regionen aufhalten, die als FSME-Risikogebiet eingestuft werden. Das gilt für Bewohner wie auch für Urlauber. Information und Aufklärung über gefährdete Gebiete sind beispielsweise beim Robert-Koch-Institut erhältlich. Wer in FSME-Risikoregionen Zecken ausgesetzt ist, sollte sich impfen lassen. Forstarbeiter und Landwirtschaftsarbeiter, aber auch alle Naturliebhaber, die sich oft in Wald und Wiesen aufhalten, sind erhöht gefährdet.

In welchem Alter kann man Kinder frühestens impfen?

Die FSME-Impfung können Kinder ab 12 Monaten erhalten. Genauso wie bei Erwachsenen wird zunächst ein Impfschutz in drei Phasen aufgebaut, später erfolgen entsprechende Auffrischimpfungen.

Das Impfen verläuft nach einem bestimmten Schema

Für einen Impfschutz, der mehrere Jahre vorhält, sind drei Stufen erforderlich. Die erste und zweite Impfdosis erhalten Sie im Abstand von 1 bis 3 Monaten. Je nach Art des Impfstoffs erfolgt die dritte Injektion nach 5 bis 12 Monaten. Damit ist der Impfschutz aufgebaut. Nach 3 Jahren ist eine erste Auffrischung nötig. Je nachdem, wie alt Sie sind, sollten Sie weiterhin alle 3 bis 5 Jahre eine Auffrischungsimpfung erhalten. Sie können sich jederzeit gerne vom Praxisteam und den Ärzten der Praxis Dr. Gumminger & Kollegen Aufklärung über den Zeitabstand zur nächsten Auffrischimpfung geben lassen.

Die beste Zeit für FSME-Impfungen ist der Winter, vor allem zur Vorsorge für das nächste Frühjahr. Doch Sie können in Absprache mit unserem Praxisteam eine Grundimmunisierung im Prinzip jederzeit beginnen.

Welche Nebenwirkungen hat die FSME-Impfung?

Die modernen FSME-Impfstoffe haben sich millionenfach europaweit bewährt, und das in allen Altersgruppen. In aller Regel vertragen sowohl Kinder als auch Erwachsene die Impfstoffe gut. Die Herstellung wird ständig kontrolliert und unterliegt höchsten Sicherheits- und Hygienestandards

Wieviel kostet die FSME-Impfung?

Die Kosten sind unterschiedlich. Bei Menschen, die in einer Risikoregion wohnen, wird die Impfung als Kassenleistung gezahlt. Dies ist in unserer Region der Fall! Auch bei einer bevorstehenden Reise in eine Risikoregion können Sie im Allgemeinen die Übernahme der Kosten oder einen Zuschuss von Ihrer Krankenkasse erhalten.

Haben Sie noch Fragen zur FSME-Impfung?

Machen Sie sich einfach einen Termin in der Praxis Dr. Gumminger & Kollegen aus, wenn Sie eine Erstimpfung oder eine Wiederholungsimpfung in Betracht ziehen. Auf Wunsch erhalten Sie in einem eingehenden, persönlichen Gespräch weitere Informationen zu diesem Erkrankungsbild und der FSME-Impfung.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

Ihr Dr. Paul Gumminger & Kollegen mit dem gesamten Praxisteam!